Die Wahrheit macht euch frei

Band 4, 360 Seiten

ISBN 978-3-7831-2768-3

 

Band 4 der Werkausgabe enthält die wichtigsten Texte aus „Leiden“, „Gewalt“, „Den Himmel erden“ und „Träume mich Gott“.

 

 

(Nur noch in Antiquariaten oder online zu finden)


Leiden

Stuttgart 1973


Einleitung: Die beiden Fragen (S. 10)


Zur Kritik des christlichen Masochismus (S. 16)

"Und in der Tat, Herr: wir sehen an den Strafen, die schon über uns gekommen sind, dass du mit gutem Recht über uns erzürnt bist. Denn da du genau und gerecht bist, peinigst du die Deinen nicht ohne Grund. Da wir also von deinen Ruten geschlagen sind, erkennen wir, dass wir dich gegen uns aufgebracht haben. Auch jetzt sehen wir noch deine Hand erhoben, um uns zu strafen. Denn die Schwerter, die du gebrauchst, um deine Vergeltung zu üben, sind gezückt, und die Drohungen, die du gegen Sünder und Übeltäter aussprichst, stehen alle bereit.

Wohlan, selbst wenn du uns noch viel strenger bestraftest, als du es bis jetzt getan hast, und wenn wir für eine Plage hundert ertragen müssten, selbst wenn die Verfluchungen, mit denen du einst die Sünden deines Volkes Israel geahndet hast, über uns kämen, bekennen wir doch, dass es mit vollem Recht geschähe, und wir leugnen nicht ab, dass wir es wohl verdient haben."

  Calvin


1 Eine Ehe (S. 16)


2 Die Dimensionen des Unglücks (S. 19)


3 Bedingungslose Unterwerfung (S. 23)


4 Der theologische Sadismus (S. 27))


5 Isaaks Opferung (S. 33)


Zur Kritik der nachchristlichen Apathie

"Das eigentliche Exils Israels in Ägypten war,

dass sie es ertragen gelernt hatten."

Rabbi Chanoch


1  Wenigstens Tierschutz für Häftlinge (S. 37)


2 Die Apathie der Gesellschaft (S. 40)


3 Der apathische Gott der Christen (S. 45)


4 Politische Apathie - am Beispiel Vietnams (S. 49)


5 Den Hass in Stärke verwandeln (S. 52)


Leiden und Sprache


1 Aus dem Leben eines Arbeiters (S. 63)


2 Das stumme Leiden (S. 70)


3 Phasen des Leidens (S. 72)


4 Der stumme und der redende Gott (S. 76)


5 Gethsemane (S. 79)


Die Wahrheit der Annahme

 

"Ich hörte von alten Emigranten aus Spanien, dass ein Schiff mit Flüchtlingen von der Pest heimgesucht wurde. Der Kapitän warf sie auf einem unbebautem Ort ans Land. Viele starben vor Hunger, einige wenige rafften sich auf und gingen, bis sie etwa einen bewohnten Ort fänden. Einer der Juden hatte seine Frau und zwei kleine Söhne mit sich. Die Frau, des Marschierens ungewohnt, wurde schwach und starb. Der Man trug die Kinder weiter, bis er ohnmächtig niedersank. Als er aufwachte, fand er beide Söhne tot. In seinem Schmerz stand er auf und sprach: 'Herr der Welten! Viel tust Du, damit ich meinen Glauben aufgebe. Wisse aber, dass ich sogar den Himmelsbewohnern zum Trotz ein Jude bin und ein Jude sein werde. Da wird nichts nützen, was Du auch über mich gebracht hast und noch über mich bringen magst.' Dan raffte er ein wenig Staub und Gras auf, bedeckte damit die toten Kinder und ging seines Weges, um eine bewohnte Stätte zu suchen."

Aus der Chronik des Salomonin verga "schewet jehuda", 1550


1 Das wiedergefundene Licht (S. 87)


2 Mystische Leidenstheologie (S. 92)


3 Ataraxie und Kreuzesminne (S. 98)


4 Das Affirmative im Christentum (S. 102)


5 Hiob ist stärker als Gott (S. 107)


Leiden und Lernen

"Es ist bei Gott kein Ding unmöglich ...wie es den uns allen in der Ankunft des Glaubens muss widerfahren und gehalten werden, dass wir fleischlichen, irdischen Menschen sollen Götter werden durch die Menschwerdung Christi und also mit ihm Gottes Schüler sein, von ihm selbst gelehrt werden und vergottet sein, ja wohl viel emhr, in ih n ganz und gar verwandelt, auf dass sich das irdische Leben schwenke in den Himmel."

Thomas Müntzer


1 Ein Volkslied aus Chile (S. 117)


2 Der bittere Christus (S. 123)


3 Ich und der Vater sind eins (S. 129)


4 Leiden und Atheismus (S. 136)


5 Das Kreuz (S. 139)


Die Religion der Sklaven

"Im Grunde besteht das Geheimnis ds Lebens darin, das wir handeln, als besäßen wir das, was uns am schmerzlichsten fehlt. Die christliche Lehre ist eben dies. Davon überzeugt sein, dass alles geschaffen ist für das Gute, dass es die Brüderschaft der Menschen gibt - und wenn das nicht wahr ist, was hatdas zu sagen? Der Trost dieser Art, die Dinge anzusehen, besteht im Daran-Glauben, nicht darin, das sie wirklich vorhanden sind. Denn wenn ich daran glaube, wenn du, wenn er, wenn sie daran glauben, siehe - dann wird sie sich als wahr erweisen."

Cesare Pavese, Tagebuch, 3.2.41


1 Simone Weil, toujour Antigone (S. 145)


Die weiteren Audio-Dateien folgen nach und nach